Auf der Suche nach einem Blogeditor für den Mac bin ich u.a. auf MarsEdit gestoßen, das ich hier kurz vorstellen möchte. Auf Alternativen gehe ich kurz am Endes dieses Artikels ein. Das Programm kann für 31,99 € im App Store erworben werden. Eine befristete Downloadlizenz gibt es direkt beim Hersteller Red Sweater.
MarsEdit soll m.o.w. die gesamte Palette an Blogsystemen und -schnittstellen unterstützen. Ich selbst benutze WordPress und kann daher zur Zeit nichts über die Zusammenarbeit mit anderen Systemen berichten, ich empfehle aber jedem, sein Blogsystem intensiv mit verschiedenen Desktopeditoren zu testen bevor man sich zu einem Kauf entschließt. Jede Blogsoftware kann sich durch bestimmte Alleinstellungsmerkmale auszeichnen, die nicht zwangsweise von allen Editoren unterstützt werden.
Nach der problemlosen Installation gibt man dem Assistenten die Blog-URL sowie Benutzernamen und Passwort bekannt. Der Assistent berechnet dann selbständig die für das jeweilige Blogsystem erforderlichen Einstellungen, die aber auch nachträglich geändert werden können.

Im Hauptfenster finden sich die einzelnen Blogs sowie deren Artikel. Hier gefällt mir besonders die Unterstützung von WordPressseiten. Ebenso hervorzuheben ist die problemlose Unterstützung von WordPress Multisites. In den Einstellungen jedes Blogs ist die Anzahl der aktualisierten bzw. vom Server abgeholten Artikel per Default auf 30 beschränkt. Wenn der eigene Blog schon mehr Einträge hat, empfiehlt es sich, diesen Wert einmalig hochzusetzen und alle Artikel mit einem Klick auf Refresh herunterzuladen. Danach kann man dann wieder einen kleineren Wert einstellen.
Editor
Ein Artikel wird in einem separaten Fenster bearbeitet, parallel dazu wird der Artikel in einem Vorschaufenster angezeigt, wenn dies in den Blogeinstellungen aktiviert ist. Man kann auch die HTML-Vorlage der Vorschau anpassen, sodass sie ggfs. das spätere Onlinedesign wiedergibt.
Ein Klick auf Options zeigt auf der rechten Fensterseite des Editors eine Spalte zur Bearbeitung der Artikelkategorien. Außerdem können Einstellungen zu Kommentaren, Artikelstatus und Trackbacks vorgenommen werden. Im View-Menu wird eingestellt, ob unter der Titelzeile noch Eingabefelder für Tags und einen Artikelauszug angezeigt werden. Soweit vom Blog unterstützt kann ein Artikel auch im Post Menu geteilt werden in Body und Extended Text . Die zwei Textsektionen werden dann untereinander im Editorfenster angezeigt. Ein Artikel wird im HTML- oder Rich Text-Modus bearbeitet (Post -> Edit Html Text, Edit Rich Text). Formatbefehle werden über das Formatmenu, das auch mit der rechten Maustaste aufgerufen werden kann, angezeigt. Im HTML-Modus können alle Formatierungsmakros editiert bzw. neu erstellt werden. Die entsprechenden Keyboard Shortcuts sind ebenfalls konfigurierbar .
Bilder
Ein Klick auf Media öffnet ein Fenster zur Bildauswahl:

Insert fügt das Bild am Cursorstandort ein. Unter Style kann man sogenannte HTML-Makros auswählen, die zur Bilddarstellung eingefügt werden. Bei den vorbelegten Makros verrät der Name schon ziemlich eindeutig, worum es geht (zumindest für den CSS-kundigen): Bildpositionierung in der Mitte oder an der Seite mit umfließendem Text. Ein Klick auf Edit am Ender der Styleauflistung zeigt das folgende Fenster:

Hier kann man nun eigene Makros definieren oder die bestehenden Anpassen. Schauen wir uns z.B. mal “Align Left” an:

Das “Opening-Fenster” lässt sich leider nicht vergrößern. Hier der vollständige Code:
<img src="#fileurl#" alt="#alttext#" title="#displayname#" border="0" width="#imgwidth#" height="#imgheight#" style="float:left;" />
Die mit “#” eingezäunten Begriffe sind Platzhalter, die man sich unter Insert Placeholder im Text einfügen lassen kann. Die vorgegebenen Makros haben leider alle keinen Außenabstand definiert, weshalb der Text unmittelbar an das Bild anschließt. Um die Bilder mit einem Abstand von 10px zu versehen, könnte man also einfach das Makro wie folgt ändern:
<img src="#fileurl#" alt="#alttext#" title="#displayname#" border="0" width="#imgwidth#" height="#imgheight#" style="float:left; padding-right: 10px;" />
Alternativen
Blogo bietet einen ähnlichen Funktionumfang wie MarsEdit. Das Design ist etwas ausgefallen und nicht unbedingt mein Fall. Die Bildbearbeitung bietet mehr Möglichkeiten und man kann das Veröffentlichungsdatum eines Artikels setzen, dafür vermisse ich die WordPress-Seiten-Bearbeitung.
Ecto ähnelt äußerlich dem Erscheinungsbild von MarsEdit, bietet aber wie Blogo mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Ich bin beim Test des Programms auf die Nase gefallen beim Versuch, einen WordPress Multisite-Blog zu bearbeiten. Beim Fehlergoogeln schlich sich bei mir der verdacht ein, dass das Programm nicht mehr aktiv gepflegt wird und habe mich daher nicht weiter damit beschäftigt. Ansonsten ist es aber vermutlich mindestens genauso gut wie MarsEdit.
MacJournal ist eigentlich keine wirkliche Alternative. Es handelt sich dabei um ein ausgezeichnetes Tagebuch- bzw. Notizenprogramm mit angestrickter eingeschränkter Bloggingfunktion.
Sicherlich gibt es noch weiter Alternativen und freue mich über entsprechende Tipps.
Fazit
Für mich ist MarsEdit die erste Wahl. Die Zusammenarbeit mit WordPress funktioniert einwandfrei und der Editor ist m.E. ausgezeichnet. Die fehlenden Bildbearbeitungsmöglichkeiten stören mich nicht, ich kann mir aber vorstellen, dass dies für andere Benutzer das entscheidende Kriterium ist. Ein weiterer Wermutstropfen ist die fehlende deutsche Übersetzung, die nur MacJournal bietet. Bei Ecto ist sie nur rudimentär vorhanden.
Forum: http://www.red-sweater.com/forums/categories/marsedit